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Karman – das Gesetz von Ursache und Wirkung
Esoterische Philosophie ~ Weisheit der Zeitalter
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Karman – das Gesetz von Ursache und Wirkung

Warum gerade ich? Diese Frage stellen wir uns häufiger im Leben. Die Antwort darauf ist verblüffend schön.

Zufall? Willkür? Ungerechtigkeit? Diese Begriffe können wir ab sofort aus unserem Wortschatz streichen. Denn nur weil wir etwas nicht erklären können, heißt das noch lange nicht, dass es keine verursachenden Zusammenhänge gibt.

Im Gegenteil: Das Prinzip von Ursache und Wirkung ist eine anerkannte Grundlage in der Physik und wirkt genauso in allen anderen Bereichen unseres Lebens. Es ist ein Naturgesetz, das in der ältesten noch gebräuchlichen Gelehrtensprache, dem Sanskrit, „Karman“ genannt wird. Wir müssen nur begreifen, dass die Natur viel mehr umschließt, als wir ahnen.

Oft ist uns kaum bewusst, das alles was wir denken und tun, eine Wirkung hinterlässt. Auch wenn sie unsichtbar ist. Denn unsere Gedanken bilden regelrechte Gedankenwelten, die genauso real sind wie unsere Emotionen oder unser Körper.

Wenn wir jemandem in Gedanken wohl gesonnen sind oder ihm etwas Schlechtes wünschen, geben wir unseren Gedanken die entsprechende Energie mit. Da die Gedanken auf diese Weise von uns geprägt sind, werden wir ihnen eines Tages wieder begegnen, plus dem, was sie ausgelöst haben. Denn die gesamte Natur ist ein großer vernetzter Organismus, in dem nichts verloren geht.

Jede Aktion hat eine ihr entsprechende Wirkung, die eines Tages auf ihren Verursacher zurück trifft. So ereilen uns mal freudige Ereignisse, mal schwere Schicksalsschläge – doch immer haben wir diese einmal in irgendeiner Weise mit verursacht. Das kann bereits in vergangenen Leben gewesen sein.

So erklärt sich zum Beispiel, warum manchmal noch unschuldige Kinder oder durch und durch gute Menschen von schweren Schicksalsschlägen getroffen werden. Denn Karma ist eine Kette der Verursachung, die in die endlose Vergangenheit zurückreicht und sich in die endlose Zukunft erstreckt.

Auch wenn es uns manchmal hart trifft: Niemand wird durch Karma bestraft oder belohnt, sondern wir ernten stets die Saat früherer Gedanken und Taten. Nicht immer ist es einfach, damit umzugehen. Und jeder Mensch, der in Schwierigkeiten gerät, verdient unser Mitgefühl und unsere Unterstützung. Schließlich weiß niemand, welche karmischen Saaten aus seiner eigenen Vergangenheit noch aufgehen werden. Genauso, wie noch viele erfreuliche Rückwirkungen auf uns warten.

Durch unser eigenes Karma sind also viele Stationen unseres Lebens vorgezeichnet. Doch nicht absolut. Denn wir haben einen freien Willen und können damit immer noch ein Stück weit die Richtung bestimmen, die wir einschlagen wollen. Hierin liegt eine große Chance für unser Leben!

 

Häufig gestellte Fragen

Warum haben manche Menschen so viel Glück im Leben, obwohl sie sich schlecht verhalten?

Dies ist nur zu verstehen, wenn wir die Zwillingslehre von Karman, die Lehre von der Reinkarnation mit einbeziehen: Karman ist unlösbar mit Wiedergeburt oder Reinkarnation verbunden. Das eine würde ohne das andere nicht bestehen können. Viele Ursachen, die während eines vergangenen Lebens in Bewegung gesetzt wurden, tragen nun Früchte. Genau wie bei einer Saat, die nach einer gewissen Zeit aufgeht: In vergangenen Leben mag der Mensch, der heute trotz schlechten Verhaltens dennoch viele ihm förderliche Reaktionen und Umstände erfährt, einmal dafür gearbeitet haben. „Gearbeitet“ bedeutet, dass dieser Mensch in vergangenen Leben durch sein Denken, Handeln, Fühlen und Sprechen genau die Saat legte, die für ihn günstige Lebensumstände mit sich bringt, die aber erst heute, in diesem Leben aufgeht. Wenn derselbe Mensch nun wiederum durch sein Denken, Handeln, Fühlen und Sprechen seinen Mitmenschen schadet, weil er allein auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, wird er auch genau die Rückwirkung erfahren, die er verursacht hat. Wenn nicht heute, so doch morgen, wenn nicht in diesem Leben, so in einem zukünftigen.

Kann ich meinem Karma ausweichen?

Es ist nicht möglich, dem Gesetz von Karman zu entfliehen oder tatsächlich auszuweichen, obwohl seine Wirkung möglicherweise viele Leben hindurch verborgen bleiben kann. Ein betrügerischer Mensch hat beispielsweise Dinge getan, die ihm auf den ersten Blick Wohlstand einbringen. Er war bereit, andere Menschen zu betrügen, um sein Ziel zu erreichen. Er mag seinen Wohlstand eine Weile genießen, doch die Rückwirkung wird ihn früher oder später ereilen. Das Gesetzt von Karman lässt sich nicht „austricksen“. Dabei arbeitet die Natur sowohl in kürzeren, als auch in längeren Zeitzyklen. Manche dieser längeren Zyklen mögen durchaus länger als ein Leben dauern und somit länger sein, als unser momentanes Bewusstsein fassen kann. Das Resultat unserer Handlungen, Gedanken, Gefühle und Worte mag sich sofort, noch heute oder in einem späteren Leben auswirken. Dass es sich tatsächlich immer auswirken wird, lässt sich aus dem Gesetz von Ursache und Wirkung ableiten. Denn dass auf eine Ursache eine Wirkung folgt, ist nicht nur physikalisches Gesetz, sondern ist auch ein Phänomen unserer alltäglichen Erfahrung, über das wir häufig nicht nachdenken.

Gibt es irgendetwas „außerhalb“ von Karman?

Nein, denn das würde bedeuten, dass es auch irgendetwas außerhalb von universalem Gesetz gäbe, was unlogisch ist: Wenn irgendetwas im Universum wahllos, zufällig, ohne vorhergehende Ursache geschehen würde, wäre das ganze Universum ein Chaos, denn kein Teil von ihm kann durch Zufall entstehen, während alles Übrige davon keinem Zufall unterworfen wäre. Es ist, als sagte man, ein Teil eines Apfels ist Apfel, und das Übrige davon ist nicht Apfel, was absurd ist. Der Apfel ist ganz Apfel, und das Universum ist ganz Gesetz. Karman „ist“ und gilt immer und überall.

Wie kann ich mir ein möglichst gutes Karma für die Zukunft schaffen?

Die Antwort liegt auf der Hand. Der Volksmund sagt: Wenn du nicht möchtest, dass man dir etwas tut, dann füge es auch keinem anderen zu. In dieser scheinbar simplen Formel der Volksweisheit steckt ein tieferes Verständnis von der Lehre von Karman. Wer sich in seinem Denken, Handeln, Fühlen und Sprechen so verhält, dass er die Gesetze der Natur unterstützt, wird auch die Rückwirkung in seiner exakten Entsprechung erfahren. Denn „die Natur“, und damit ist hier weit mehr als allein die physische Umwelt gemeint, hat Harmonie zum Ziel. „Natur“ bezeichnet hier auch und vor allen Dingen die feinstofflichen Sphären in denen wir leben und die uns ausmachen. Das Ziel einer relativen Harmonie wird immer wieder dadurch erreicht, dass die Natur in ununterbrochenem Wechsel von Ursache und Wirkung immer wieder bestrebt ist, Harmonie und Frieden herzustellen. Wie die Gezeiten des Meeres, so arbeitet auch die Natur in einem Rhythmus des Ausgleichs und osziliert um das angestrebte Ziel einer relativen Harmonie oder eines relativen Friedens. Wenn nicht heute, so wirkt sich Karma eines Tages doch immer aus.

Die Antwort auf die Frage, wie wir uns ein möglichst gutes Karma für die Zukunft schaffen, liegt also auf der Hand und lässt sich sehr greifbar beschreiben, wenn klar wird, wie es sicherlich nicht zu erreichen ist: Wer nicht mit den Gesetzten des Weltalls – von dem er selbst ein Teil ist – zusammenarbeitet, indem er kein Mitleid ausübt, wer andere leiden lässt, ohne ihnen beizustehen, indem er meint, „dieses Leiden sei ihr Karma, das ihnen mit Recht zukommt“, der schafft durch diese unnatürliche Handlungsweise für sich selbst ein sehr schweres Karma. Die natürliche Handlungsweise ist hingegen jene, die auf einer Haltung zur Welt und zum Leben beruht, die auf Mitleid und Kooperation basiert, denn dies entspricht der Arbeitsweise der Natur – und wird sich gewiss günstig auf das eigene Karma auswirken.

Wie kann ich mich vor „schlechtem“ Karma schützen?

Karma ist unvermeidlich, aber es kann beständig abgeändert oder abgeschwächt werden und das wird es auch in der Tat. Waren wir beispielsweise Anstifter von etwas Ungerechtem, so kommt es darauf an, wie wir der Wirkung begegnen, die auf uns zurückfallen wird und die, das ist sicher, von gleichem Charakter sein wird, wie der Impuls war, den wir ursprünglich verursacht hatten. Entweder lassen wir uns aus Schwäche von diesem „Bumerang“, als den wir Karma auch durchaus betrachten können, gänzlich niederdrücken, oder aber wir begegnen der von uns als unangenehm empfundenen Rückwirkung mit Mut und der Erkenntnis, dass wir selbst die Verursacher waren. Wir können aus einer solch schwierigen Situation auch gestärkt hervor gehen. Besonders dann, wenn wir beispielsweise in moralischer Hinsicht unsere alte Handlungsweise durch eine neue, von entgegengesetztem Charakter ersetzen und mit der gleichen Kraft und Stärke vertreten. Dann haben wir nicht nur unser schlechtes Karma neutralisiert, sondern können es auch ganz überwinden.

Wie bin ich mit dem Karma meiner Familie oder meines Volkes oder Landes verbunden?

Wir werden dort geboren, wo wir entsprechend der in vorherigen Leben gelegten Ursachen die größte Anziehung haben. Hier können wir auch am meisten lernen. Wir werden daher in jene Familie, jenes Volk oder in jenen Teil der Welt hineingeboren, der unseren eigenen Charaktereigenschaften, unserer Schwingung und somit unserem eigenen Karma entspricht. Unser Karma hat auf diese Weise Teil an einem bestimmten Familien- oder Volks-Karma. Es ist davon auszugehen, dass wir mit Menschen dieser Gruppen in vorherigen Leben bereits in engerer Beziehung standen und nun, mit einer neuen Inkarnation, diese alten Beziehungs-Fäden wieder aufnehmen. Auch wenn diese karmischen Verbindungen und Verstrickungen mit Familie, Volk oder Land unseren individuellen Weg durchaus beeinflussen, so hat doch jedes Mitglied einer Familie oder eines Volkes oder eines Landes sein ureigenes, individuelles Karma, das sich von dem anderer Menschen – auch wenn es sich um Familienmitglieder handelt – unterscheidet. Die Lehre von Karma, das wird deutlich, ist nur vor dem Hintergrund der Lehre von der Reinkarnation zu verstehen.

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Titelfoto © mm – Fotolia.com

 

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