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Ist der Hirntod der Tod des Menschen?
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Ist der Hirntod der Tod des Menschen?

Welche Bedeutung hat das Gehirn für den menschlichen Organismus?

Dr. med. Hans-Joachim Ritz

Ein neues Gesetz drängt jeden Bundesbürger zu der Entscheidung, ob er nach dem Tod seine Organe spenden will oder nicht.

Wie weitreichend diese Entscheidung ist, kann nur eine umfassende Information über alle Aspekte der Organspende bewusst machen. Dazu soll dieser Artikel beitragen.

Allein in Deutschland warten ca. 12.000 Patienten darauf, dass ein Mensch stirbt und ihnen ein neues Organ spendet. Voraussetzung für eine Organspende ist laut dem Transplantationsgesetz von 1997 der Hirntod, das heißt der unumkehrbare Ausfall der wichtigsten Hirnfunktionen. Alle anderen Organe sind zu diesem Zeitpunkt in der Regel noch lebendig. Dies führt unmittelbar zu der Frage: Spielt das Gehirn wirklich eine solche Sonderrolle im menschlichen Organismus, dass sein Ausfall gleichbedeutend mit dem Tod des Menschen ist? Oder sind Leben und Bewusstsein auch unabhängig vom Gehirn möglich? Auf den Punkt gebracht: Ist ein Organspender, dessen Hirntod nach allen Regeln der Medizin von Experten festgestellt wurde, auch wirklich tot?

Das Vernetzungsgenie

Das Gehirn spielt eine zentrale Rolle im menschlichen Organismus. Gemeinsam mit dem peripheren Nervensystem bildet es ein Wunderwerk der Vernetzung. Jede der über 100 Milliarden Nervenzellen steht mit Tausenden von benachbarten Nervenzellen in Verbindung und kommuniziert mit ihnen über elektrische Impulse. Das Zentrale Nervensystem (ZNS), das aus dem Gehirn und dem Rückenmark gebildet wird, steht über Nerven mit allen Muskeln, Organen und Sinnen des Körpers in Verbindung.

Über dieses Informationsnetzwerk sammelt das Gehirn die Wahrnehmungsreize aller Sinnesorgane sowie die Rückmeldungen von allen Organen, Muskeln und Sehnen, verarbeitet diese Reize und gibt dann zielgerichtet Anweisungen an Muskeln und Organe. Ein Beispiel: Unsere Hand gerät an eine heiße Kochplatte, und schneller, als wir denken können, ziehen wir sie zurück. Die meisten lebenswichtigen Organfunktionen wie Atmung, Kreislauf, Verdauung, die Ausscheidung sowie alle Reflexe laufen so ab.

Doch mit der automatischen Tätigkeit ist die Funktion des menschlichen Gehirns noch lange nicht erschöpft. Es gibt viele Vorgänge, in die wir bewusst eingreifen.
Wie aber verhält es sich mit unserem Bewusstsein und Denkvermögen? Haben sie ihren Ursprung im Gehirn, entstehen unsere Gedanken und Wünsche wirklich in den Gehirnzellen? Das ist ebenso unwahrscheinlich wie die Möglichkeit, dass sich ein Computer selbst programmiert und die Software zufällig in den Bauteilen der Hardware entsteht!

Wenn wir diese Möglichkeit ablehnen, müssen wir folgern, dass unser Bewusstsein unabhängig vom Gehirn existieren muss. Die logische Schlussfolgerung hieraus ist, dass unser Gehirn die Funktion einer fantastischen Schaltzentrale hat, die mit unserem Bewusstsein in Verbindung steht, ihm Informationen über unser Umfeld gibt und seine Anweisungen an Muskeln, Sinne und Organe weiterleitet. Das bedeutet: Unter den Organen unseres Körpers spielt unser Gehirn eine wichtige, steuernde Rolle, aber es hat keine exklusive Sonderrolle. Denn nur im Zusammenspiel aller Organe kann unser Organismus störungsfrei funktionieren, und das Gehirn ist nur eines von mehreren wichtigen Organen.

Was ist Bewusstsein, was sind Gedanken?

Da unsere Gedanken und unser Bewusstsein immateriell sind, können sie auch nicht in unserem Gehirn entstehen. Sie sind auch nicht die Resultate elektrischer oder chemischer Vorgänge in den Gehirnzellen, wie heute immer noch angenommen wird. Vielmehr beeinflussen und steuern unsere Gedanken und unser Bewusstsein unser Gehirn und mit ihm den gesamten Körper. Dies zeigt sich besonders dann, wenn unser Bewusstsein „abwesend“ ist, zum Beispiel dann, wenn wir schlafen. Doch während des Schlafes laufen durchaus noch lebenswichtige Vorgänge ab: die Organfunktionen wie Atmung und Kreislauf werden fortgeführt, der Körper erholt sich, er regeneriert, einige Stoffwechselvorgänge und Wachstumsprozesse finden jetzt sogar bevorzugt statt. Doch alle bewusst ausgeführten Tätigkeiten ruhen in dieser Zeit. Erst wenn wir erwachen, kehrt unser Bewusstsein zurück, und wir können die Pläne fortführen, die uns am Vortag in den Sinn kamen.

Bewusstsein ist also kein körperliches Phänomen. Tatsächlich sind wir in unserem innersten Kern auch nicht der Körper. Der innere Mensch, die unseren Körper lenkende und belebende Instanz, umfasst ein Bündel von Kräften, Eigenschaften, Fähigkeiten und Prinzipien, die unser Leben erst ermöglichen.

 

Die Zusammengesetztheit des Menschen

 

Wie der Abbildung zu entnehmen ist, spielt unser Denken und Wollen eine zentrale Rolle.

Jeder Gedanke schlägt sich auf unseren Körper nieder und durchdringt ihn und all unsere Organe. Jede Zelle unseres Körpers erhält so einen einzigartigen Stempel und die ihr eigene Charakteristik. Auf diese Weise bringen Gedanken unser Bewusstsein zum Ausdruck. Dies ist der eigentliche Grund, warum die transplantierten Organe so vehement abgestoßen werden, denn sie gehören nur uns allein. Sie sind Teil unseres Charakters. Sie haben unsere ureigene Schwingung, die mit keinem anderen Menschen harmoniert. Die Natur duldet eine derart naturwidrige Übertragung nicht!

Dürfen bei Hirntod Organe entnommen werden?

Unser Körper hat nur eine sehr begrenzte individuelle Lebenszeit. Was geschieht nun, wenn er stirbt? Der innere Mensch, das ihn belebende Bewusstsein, zieht sich allmählich aus dem Körper zurück. Dabei nimmt er all das in sich auf, was er in diesem Leben an Bewahrenswertem gelernt hat. Dieses Zurückziehen, dieser Abschied kann Stunden bis Tage dauern. Unser Respekt vor dem Sterbenden gebietet es daher, ihm in dieser Zeit Ruhe zu gönnen und ihn nicht mit Klagen und Weinen abzulenken.

Was aber bedeutet der Hirntod im Unterschied zum natürlichen, vollkommenen Tod? Der Hirntod ist kein vollständiger Tod, in Wirklichkeit ist er überhaupt kein Tod, sondern eine besondere Phase des Sterbens. Alle Organsysteme, selbst unser Gehirn, auch wenn es physisch irreparabel geschädigt ist, stehen mit unserem Innersten in Verbindung: Sie werden von unserer Charakteristik und unserem Bewusstsein durchpulst. Hirntote sind daher nur juristisch tot, nach außen hin wirken sie wie bewusstlose, nicht wache Patienten, und so werden sie auch von den Pflegenden wahrgenommen.[1]

Der Hirntod darf aber auf keinen Fall als grünes Licht für eine Organspende gewertet werden! Hierfür lassen sich mindestens drei schwerwiegende Gründe anführen:

  1. Der Sterbende wird in seinem Sterbeprozess empfindlich gestört. Mehr noch, viele seiner Reaktionen während der Organentnahme weisen unzweideutig darauf hin, dass durchaus schmerzhafte Empfindungen wahrgenommen werden, der Tod des Körpers also erzwungen wird.
  2. Zum Zeitpunkt des Hirntods sind noch sämtliche Organe von dem inneren Leben und der Charakteristik des potenziellen Spenders erfüllt. Wird eines dieser Organe „gespendet“, kann es nur mit dieser, für den Empfänger fremden Lebenskraft in dem neuen Körper weiterleben. Dort wird es aber vom ersten Tag an als Eindringling erkannt und erbittert bekämpft. Nur durch starke, das Immunsystem vergiftende Medikamente lässt sich verhindern, dass der Körper das ihm fremde Organ abstößt, es wird gewissermaßen regelrecht überrumpelt. Die Folge ist ein ständiger Krieg im Organismus, der für Krankheiten aller Art sorgt.
  3. Die durch den Hirntod legitimierte und erst ermöglichte unnatürliche Praktik der Transplantation hat verhängnisvolle, die Psyche verrohende Auswirkungen. So werden schwer herzkranke Patienten dazu verleitet, auf den Tod eines Anderen zu hoffen, anstatt sich in Würde auf den eigenen Tod vorzubereiten. Kinder haben nicht die Möglichkeit, sich selbst zu entscheiden. Ihnen steht in der Regel ein beschwerdevolles Leben bevor und die Angst ist ihr ständiger Lebensbegleiter. Würde die Reinkarnation Teil unserer Lebensanschauung sein, wäre der Tod für uns nur ein vollkommener Schlaf, dem weitere Leben folgen. Abschied nehmen ist immer schwer, doch die Zuversicht auf ein neues Leben birgt soviel Hoffnung und Trost, dass die Zurückbleibenden nach einer Phase der Trauer neue Chancen und Möglichkeiten in ihrem neuen Lebensabschnitt sehen.
    Die große Nachfrage nach Spenderorganen bringt Menschen auf kriminelle Weise dazu, Organe illegal zu beschaffen. Dem Organhandel zum Beispiel fallen vor allem Straßenkinder, hoffnungslos arme Menschen und verzweifelte Flüchtlinge zum Opfer. Betrug und Korruption sind auch in Deutschland keine Fremdwörter mehr. Aber auch junge Mediziner sind regelrechte Opfer, weil sie angeleitet werden in der Transplantationsmedizin das Nonplusultra der Chirurgie zu sehen und ihr Leben mit großem Einsatz dieser Aufgabe widmen. Sie werden angeleitet ein verzerrtes ethisches Bewusstsein zu verinnerlichen, das die Organtransplantation zu einem Akt wahrer Menschenliebe verklärt.

In einer nicht repräsentativen Umfrage gaben 52,5 % der Befragten an, sie würden ihr Ja zur Organentnahme geben, nur 31,4 % waren unschlüssig oder wollten ablehnen, und 6,1 % enthielten sich. Dies spiegelt die einseitige Information über das Thema Hirntod und Organtransplantation wider und unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden und aufrichtigen, nicht einseitig gefärbten Aufklärung.
Die Initiative zur Förderung der Organspende ist aus einer anderen Perspektive aber durchaus zu begrüßen: Sie könnte viele Menschen dazu bringen, über den Tod, auch über den eigenen Tod, nachzudenken, anstatt ihn in Krankenhäuser und Pflegeheime zu verbannen. Wer sich mit dem Gedanken auseinandersetzt, wie er sterben möchte, wird unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass er jetzt schon so leben muss, um dereinst ruhig und in Frieden sterben zu können. Das Wissen um die Vorgänge während und nach der Organtransplantation sowie das Wissen um den Sterbevorgang lassen jeden nachdenklichen Menschen die einzig richtige Wahl treffen: Eine Organspende wird für ihn dann nicht mehr in Betracht kommen.

Lesen Sie hierzu auch: Organspende – Pro und Contra

Empfohlene Literatur:

Fußnoten:

1 vgl. Breul, Regina: Offener Brief an Seine Exzellenz den Hochwürdigsten Herrn Weihbischof Anton Losinger: Mitglied des Deutschen Ethikrates, Quelle: www.organspende-aufklärung.de/offener-brief-an-weihbischof-losinger/

 

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